Es ist also Freitag mein erster Reisetag.
Eine lange Nacht des Packens meines Rucksacks ließ mir letztlich etwa eine Stunde Schlaf und einige ungläubiger Blicke meines Zimmergenossen (obwohl ich bezweifle das er es überhaupt realisiert hat). Ich musste zu etwa 8 Uhr aufstehen da ich mich um meine Platzreservierung für den Zug nach Paris(meiner ersten Station) zu kümmern hatte. Die Transportverbindung auf meiner Reise habe ich mich für ein 22 tägiges Interrail Ticket entschieden, was mich 475€ (da ich bereits über 26 bin) gekostet hat und mir die Möglichkeit geben sollte, die meisten Züge Europas sowie Reduzierungen bei Fähren nutzen zu können. Jedoch hast du im Gegenzug einige schnellere oder speziellere Züge zu reservieren (lag zwischen 3€ und 10€). Daher musste ich an diesem Morgen zeitig aufstehen da ich erst am Abend des Vortages mein Ticket erhalten habe und noch keinerlei Reservierung für Eurostar den ich nutzen wollte gebucht hatte. So rief ich guten Mutes morgens um 8 Uhr beim Eurostar an der mich zügig durch den Tunnel zum Eifelturm bringen sollte, mich jedoch direkt vor mein erstes Problem stellte. Manchmal ist die Anzahl der Plätze solcher reduzierten Fahrkarten für die einzelnen Zugverbindungen begrenzt, so in meinem Fall für alle Verbindungen an diesem Tage von London nach Paris. Die nächste Möglichkeit wäre am nächsten Tag gegen 12 Uhr gewesen und hätte mich ca. 4 Stunden später in Paris ankommen lassen. Was hätte genießen ich würde eineinhalb Tage meines Tickets und meiner Reise verlieren oder den Normalpreis von £170 für den Eurostar bezahlen.
Somit musste die erste Alternative gefunden werden! Wäre ja auch gelacht wenn der Eurostar die einzige Verbindung zwischen London und Paris gewesen sein sollte. So brachten mich nun anstelle des Eurostars zwei normale Züge (Abfahrt um 11.53 in London Bridge) direkt nach Dover wo ich dann mit der Fähre nach Calais übersetzte. Auf diesem Weg lernte ich meinen ersten hilfreichen Kontakt kennen. Stefan aus der Schweiz (siehe Bilder weiter unten) der auch bereits von einigen Reisen erzählen konnte sich jedoch zurzeit im Südosten Englands zur Verbesserung seiner Englischkenntnisse aufhält und gerade eine Freundin in Lille treffen wollte. Welch ein Glück für mich, denn er sprach fließend Französisch was mir in diesem Fall gut weiter half. Denn nach unserer Ankunft in Calais musste ich erfahren das sich für mich aus Calais das gleiche Problem wie aus London darstellen würde und die zweite Alternativensuche begann nunmehr zu halb 7 abends in Calais. Glücklicherweise halt mit jemanden Französischsprechendem an der Seite. Denn so erweiterte sich mein Weg nun um die Station Lille, von wo aus ich eine weitere Chance nutzen könnte vielleicht an diesem Tag noch nach Paris zu gelangen. Und es klappte! Doch zwischendurch könnte ich noch kurz testen wie es so ist ohne Französisch ein paar Würstchen in einer Imbissbude zu bestellen. Spaß!!
So Danke noch mal an Stefan das ich nicht irgendwo in Calais neben dem Bahnhof mein Zelt aufschlagen musste.
Nachdem ich Stefan verabschiedete, hatte ich eine weitere Stunde zu dem letzten Zug. Diese nutzte ich für einen kleinen Spaziergang in Lille und den ersten Anrufen nach Paris für eine Unterkunft. Mit dem Wissen das die meisten Hostels zwar ausgebucht waren doch wenn ich meiner Karte folgen würde weitere Infos bekommen könnte erreichte ich eine halbe Stunde vor Mitternacht Paris! Und das noch am selben Tag! (Tagesziel erreicht!!!) Weiterhin fand ich letztlich eine relativ günstige Unterkunft für 20€ inklusive Frühstück wenn ich spätestens bis 8Uhr aus dem Zimmer wäre. Passte schon, wollte ja die Stadt sehn!
Wo wir nun zum letzten Teil meines Ersten Tages kommen. Auf meinem Weg zum Hostel fand ich das wahrscheinlich beste Hilfsgerät für meinen Parisaufenthalt, ein unangeschlossenes Cityfahrrad. (zwar mit ein bisschen wenig Luft und eine kleine 8 im Hinterrad aber) Ideal um günstig, sportlich und freiem Blick an frischer Luft die Stadt zu erkunden. Nach Beendigung meines Eincheckens im Hostel und einiger Internetkorrespondenz (etwa 2 Uhr morgens) dachte ich an mein Ziel für diese Tag und eigentlich bestand es auch darin den Eifelturm zu sehen und ein Foto damit zu machen… . Also warum nicht ein Nachtfoto, wer weiß ob ich am nächsten Abend dazu kommen würde. So startete ich kurz entschlossen meine nächtliche Pariserkundungstour mit meinem neuen Fahrrad. Mein Weg führte mich entlang einigen künstlerischen Würfelinstallationen auf einer Brücke vorbei an den freudigen Aktivitäten einiger Ratten auf dem Vorplatz der Notre Dame Kathedrale zum Wendepunkt der Tour de France auf dem Stück der Champs Elysées. So stand ich nun da nach ca. eineinhalb Stunden und noch immer nichts vom meinem nächtlich erleuchteten Eifelturm zu sehen, als ich plötzlich einen unauffälligen jedoch ungewöhnlichen schwarzen Schatten über den Dächern der Stadt erkannte. “Das konnte doch wohl fast nicht Wahr sein, da haben die Franzosen nichts besseres zu tun als an dem Tag an dem ich das erste mal in meinem Leben dieses Paris besuche Ihren Stromspartag durch zu ziehen!!!” Aber wenn ich schon einmal so weit war dann wollt ich den Weg zumindest beendet haben. Was mir eine lustige Überraschung einbrachte. Nahezu angelangt an der schwarzen Schattenskulptur fielen mir einige Feuerwehrsirenen in der Nähe auf, was nun nicht unbedingt so ungewöhnlich für eine große Stadt wie Paris war. Jedoch fuhren die Einsatzwagen direkt zum vor mir liegenden Fuße des Eifelturms. Was mich nun doch schon etwas verwunderte, wer sollte denn mitten in der Nacht (inzwischen 3:30Uhr) dort ein Feuer entfacht haben? Ist doch eigentlich geschlossen. War er auch, doch haben sich einige findige Touristen trotz dessen auf einer der Außenleitern den auf den Weg zur ersten Plattform gemacht. So war die Feuerwehr dabei durch fachlich eingesetzte Rufe die mutmaßlichen Selbstmörder zum Umkehren zu animieren. Inzwischen war auch ein Teil der Beleuchtung reaktiviert und ich hatte mein Foto!!!
Yeah… Geschafft!!!
Nun konnte ich zufrieden meinen Heimweg antreten um mich wohl verdient schlafen zu legen.



















